E-BOOK-VERSION 2012

INTERVIEW MIT MICHI WEISS

Der österreichische Favorit im Interview

Im Gegensatz zu den Frauen, wo Österreich mit Kate Allen (2003+2005) und Eva Dollinger im letzten Jahr schon drei Gesamtsiege verbuchen kann, warten wir schon seit 14 Jahren auf einen österreichischen Herrensieg beim Ironman Austria. Als heißestes Eisen im Feuer für einen Heimsieg gilt der Gumpoldskirchner Michi Weiss, der mittlerweile in Colorado lebt, aber für die wichtigsten Wettkämpfe immer wieder nach Österreich kommt. Im letzten Jahr gelang ihm der dritte Platz beim Ironman Austria. Was er in diesem Jahr vor hat, verriet er im Gespräch mit dem triaguide- Herausgeber Andras Wünscher.

Michi, als wir vor gut einem Monat in St. Pölten geredet haben, hast du mir noch den Ironman Lake-Placid als deinen Sommer-Ironman angegeben. Nun bist du doch in Kärnten am Start. Was hat dich letztlich doch dazu bewogen, in Kärnten zu starten?

MW: Stimmt, der Ironman Lake Placid steht auch immer noch auf meinem Rennkalender. Ge- meinsam mit meiner ganzen Familie- meine Eltern kommen für unsere anstehende Hochzeit An- fang August schon ein paar Wochen davor in die USA, ich werde ich auf jeden Fall vor Ort sein. Ausserdem wird mein zukünftiger Schwiegervater, 10 Jahre nachdem er Lymphdrüsenkrebs besiegt hat, sein Debut auf der Langdistanz geben. Erst nach Kärnten werde ich bezüglich eines Starts in Lake Placid eine Entscheidung treffen. Der Hauptgrund für mein Antreten in Kärnten ist, dass ich beim 70.3 Austria in St. Pölten gespürt habe, wie wichtig und schön es ist, bei einem Wettkampf in der Heimat ganz vorne dabei zu sein. Ich bin es dem österreichischem Triathlonsport und meinen Sponsoren irgendwie schuldig.

Letztes Jahr hattest du eine Hammer-Saison. Erst der Sieg in St. George, dann Platz 3 in Kärnten. Welches Ziel hast du in diesem Jahr?

MW: Hauptziel ist und bleibt Kona. Letztes Jahr war ich mit meinem 13. Platz bei der Ironman WM auf Hawaii super zufrieden, dieses Jahr strebe ich eine Top-10 Platzierung an. Sowohl beim 70.3 Oceanside, wo ich nur ganz knapp hinter Andy Potts und Rasmus Henning Dritter wurde, als auch in St.Pölten habe ich bewiesen, dass ich nun auch auf der Halbdistanz ganz vorne mitspielen kann. Beide 70.3s habe ich nur innerhalb 45“ „verloren“. Das wird mir sicher auf der Langdistanz zu Gute kommen, da ich mich immer mehr zum „kompletten“ Triathlen ent- wickle und mehr Speed habe. Hartes und konsequentes Training machen sich bezahlt. Wie ich es nach Kona schaffe, ist mir eigentlich egal. Obwohl ich beim Versuch Titelverteidigung IM St. George mit starken Rueckenschmerzen leider aussteigen musste, brauche ich wahrscheinlich „nur“ noch ein Top-10 Ergebnis in Kärnten, um in Hawaii fix dabei zu sein. Am liebsten würde ich natürlich gewinnen :-)

Was gefällt dir ganz besonders am Ironman Austria?

MW: Je mehr ich außerhalb Österreichs starte, desto mehr wird mir bewusst, wie gut unsere Events aufgezogen sind, aber auch wie schön unser Land ist. Das Team rund um Triangle macht einen hervorragenden Job, welcher aus langjähriger Erfahrung und Liebe zum Sport resultiert. All das Rahmenprogramm, das gute Essen und die vorhandene Infrastruktur sind nicht selbstver- ständlich. Selten schwimmt man bei einem Triathlon in einem See mit Trinkwasserqualität, und die Strecke rund um den Wörthersee ist einfach traumhaft!

Glaubst du, dass für dich an einem guten Tag die 8-Stunden-Marke in diesem Jahr fallen kann?

MW: Darueber denke ich überhaupt nicht nach. Ich konzentriere mich nur auf eine optimale Vorbereitung, meine Leistung, also meinen Wettkampf. Viel wichtiger als die 8-Stunden-Marke zu knacken ist der Sieg, nur Marino wird schwer zu schlagen sein. Er hat lange versucht, sub 8h zu kommen, und hat es schlussendlich letztes Jahr fast mit einem neuen Weltrekord geschafft. Fraglich ist auch, wie sich die neue Wechselzone etc. auf die Gesamtzeit auswirkt. Wenn ich einen perfekten Tag erwische und im Wettkampf so wenig wie möglich Fehler mache, dann ist alles möglich, denn ich bin frisch, voll motiviert und habe dieses Jahr noch keinen Marathon in den Beinen.

Abschließend noch ein kurzer Word-Rap. Sag uns einfach das erste Wort, das dir zu dem Thema einfällt!

1: Ironman

MW: Hawaii.

2: Lendkanal

MW: Einzigartiges Spektakel fuer die Zuschauer.

3. Rupertiberg

MW: Tut auch mir weh.

4. Marino Vanhoenacker

MW: Super netter Kerl.

5. Hawaii

MW: Wo Rachel- meine Verlobte- und ich einander gefunden haben.

6. Schokolade ;-)

MW: Ich bin ein Mehlspeis-Tiger.

 

 

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